Krank vor Arbeit

Gesundheitsexperte sprach über „gesunde Arbeit“

Hohen Besuch mit Rudolf Henke MdB gab es am Dienstagabend bei der Kreisversammlung der CDA in den Räumlichkeiten der Caritas in Coesfeld. Der Gesundheitspolitiker und Vorsitzende des Marburger Bundes sprach zu den Mitgliedern über das Thema „Gesunde Arbeit“.

Der Gesundheitspolitiker Rudolf Henke MdB sprach zu den Versammlungsteilnehmern über das Thema „Gesunde Arbeit“.Der Gesundheitspolitiker Rudolf Henke MdB sprach zu den Versammlungsteilnehmern über das Thema „Gesunde Arbeit“.
Von 2007 bis 2016 sind die durchschnittlichen Krankheitstage von 16,3 auf 19,4 Arbeitstage gestiegen. „Das Hauptthema, mit dem man sich auseinandersetzen muss, sind die chronischen Erkrankungen“, erklärte der studierte Mediziner, und nicht etwa eine kurzfristige Erkältung. Fast die Hälfte der Krankheitstage entfiel auf Krankschreibungen, die länger als sechs Wochen dauerten. Ein anderer wichtiger Aspekt sei der Anteil an psychisch bedingten Krankheitstagen. Dieser stieg seit 2005 um knapp 80 Prozent an, vor allem Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen waren davon betroffen. Daher lautete die Forderung des Bundestagsabgeordneten: „Die neue Legislaturperiode muss und wird dort mehr bringen als 8000 neue Stellen in der Pflege.“ Geschaffene Stellen, die nicht besetzt werden könnten, würden das Problem nicht lösen, meinte Rudolf Henke und forderte die Attraktivität von Pflegeberufen zu steigern.

Zum Abschluss widmete sich der Referent noch dem Präventionsgesetz, welches 2015 in Kraft getreten ist. Dieses zielt in erster Linie auf eine verbesserte Gesundheitsprävention durch die gesetzlichen Krankenkassen ab, beispielsweise durch eine Förderung der Impfprävention. Auch wenn man damit auf dem richtigen Weg sei, „muss die Gesundheitsvorsorge eine wichtigere Rolle spielen“, meinte Henke und nannte dafür zwei Zahlen: Während die Krankenkassen täglich 500 Millionen Euro für ihre Mitglieder ausgaben, würden in der Gesundheitsvorsorge jährlich nur 550 Millionen Euro investiert.

 

Johannes Böcker stellte bei der CDA-Kreisversammlung die Strategie 2017 bis 2020 des Caritasverbandes vor.
Zuvor stellte der Vorstand der Caritas im Kreis Coesfeld, Johannes Böcker, die Strategie 2017-2020 seines Verbands vor. 15 Strategie-Handlungsfelder mit 36 konkreten Zielen hat der Caritasverband erarbeitet. Dabei ginge es vor allem um drei Schwerpunkte: Die Caritas vor Ort zu stärken, gerade in einem Flächenkreis wie Coesfeld, das Leistungspaket der Caritas zu verbessern und die Rolle als Mitgliederverband durch eine hohe Transparenz in den Vordergrund zu rücken. Des Weiteren stellte Ressortleiter André Bußkamp das Angebot der Caritas in der Suchtbekämpfung vor. „Die Suchtberatung lebt von Kooperation und Kontinuität“, denn die Angebote von verschiedenen Sozialverbänden und anderen Einrichtungen könnten sich so ergänzen, erklärte Bußkamp. Ein weiteres Thema des Vortrags war die immer stärker thematisierte Online-Sucht von Kindern und Jugendlichen. Dabei ginge es in der Suchtarbeit vor allem um zwei Fragen, so der Caritas-Mitarbeiter: „Wie können Eltern damit umgehen und wie begleiten wir die Kinder, damit sie damit sensibel umgehen?“

 

Der CDA-Kreisvorsitzende, Jan Willimzig, bedankte sich bei Rudolf Henke für den informativen Vortrag und bei den Caritas-Vertretern für den Blick „hinter die Statistik“ auf die konkrete Arbeit des Sozialverbandes. Nach dessen Bericht und den sonstigen Formalien, entließ Willimzig die Mitglieder in den Abend.